Ein Leben loslassen, um ein anderers zu beginnen

Der folgende Text ist vor ziemlich genau 4 Jahren entstanden, als meine Zeit in Thailand sich langsam gen Ende neigte. Ich möchte ihn heute im Rahmen der Blogparade Loslassen! von Tellyventure mit dir teilen. Denn genau das ist es doch, wenn wir aus dem Ausland zurück nach Deutschland kehren: Wir müssen unser Leben dort loslassen, um uns in einer Heimat, die uns fremd geworden ist, ein neues aufzubauen.

Auch wenn das freiwillig und ohne Zwang geschieht, so ist doch weder die Entscheidung einfach noch deren Konsequenzen. Denn wenn man dann erst einmal wieder in Deutschland ist und sein altes Leben im Ausland vermisst, wird es erst richtig hart.

Der Junge zeigt, wie man entspannt bleibt 🙂

So dachte ich vor der Rückkehr

Hier nun also wie angekündigt meine Gedanken vor meiner Rückkehr nach Deutschland:

Der Buddhismus lehrt es uns und das Leben auch: alles ändert sich ständig, permanenter Wandel. Auf Stillstand können wir verzichten und fühlen wir ihn, so reagieren wir gelangweilt und unseres Lebens überdrüssig.

Trotzdem schimpfen wir auf Veränderungen, wehren uns und akzeptieren sie nur schwer. Wir lieben die Routine und wünschen, dass alles ewig gleich bleibt. Lebensabschnitte konservierten wir am liebsten, reden von der „geilen Zeit“ nach dem Abi oder den lustigen Nachmittagen mit Freunden, als man Vorlesungen schwänzte.

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Freitagsabends gehen wir am liebsten in die gleiche Kneipe und treffen dort die gleichen Leute. Dabei fühlen wir uns sicher und warm. Oft sind wir dabei unzufrieden und gestresst, sagen „ich würde ja gern, aber ich kann nicht“. Wir finden Ausreden und Vorwände.

Ändert sich etwas in unserem Leben, sind wir frustriert und jammern. Im Vorstellungsgespräch behaupten wir, flexibel zu sein, doch schon bei der Ankündigung eines Veggie-Days sträuben sich uns die Nackenhaare.

Die Schönheit der Gegenwart und das Glück des Augenblicks ignorieren wir dabei nur zu gern.

In Thailand ist nicht die Routine alltäglich, sondern die Veränderung. Eine Woche Urlaub, schon gibt es beim Nachhausekommen einen neuen Laden in der Soi (Straße). Oder es gibt eben einen weniger. Oder die Lieblingsgarküche zieht mal eben nach Bangkok um. Bekannte kommen und gehen, sobald man sich näher kennenlernt und eine freundschaftliche Basis gefunden hat, heißt es Abschied nehmen.

Bald nehmen auch wir Abschied. Wir werden Thailand verlassen und unser Leben hier aufgeben.

Grund zum Traurig sein?

Wir wussten von Anfang an, dass der Tag kommen würde. Nun also: Der nahende Abschied.

Und wir? Wir umarmen die Freiheit. Unsere Momente hier. Gehen raus an die Sonne, genießen, was uns Spaß macht.

Denn darin liegt doch der Reiz des Wandels! Wir haben die Freiheit, so zu sein, wie wir wollen, in diesem Augenblick.

Die Freiheit, unser Leben zu gestalten, Dinge zu ändern. Wagen und gewinnen statt dem Rückzug ins Schneckenhäuschen.

Wir dürfen uns ändern, unsere Meinung und unsere Sicht auf die Welt.

Statt Vergänglichkeit als Leid zu betrachten, sollten wir doch einfach einen Spaziergang machen.

War das Loslassen denn dann einfach?

Mit Vollgas in ein neues Leben!

Oh, du kannst mir glauben: Obwohl ich mir vorher gut Mut gemacht habe, war es verdammt schwer, dieses thailändische Leben hinter mir zu lassen!!! Dabei musst du überhaupt keine Angst vor deiner Rückkehr nach Deutschland haben!

Erst, als wir nach anderthalb Jahren Deutschland wieder zu einem dreiwöchigen Urlaub nach Chiang Mai zurückkehrten, konnte ich endlich akzeptieren und mich ganz auf mein neues Leben in Deutschland einlassen.

Weil mir noch einmal mehr klar geworden war, dass ich nicht dauerhaft in Thailand leben kann. Trotz dem guten Essen, der Entspanntheit, dem Dauersommer und finanziellem Segen. Es würde mit uns beiden einfach nicht auf Dauer funktionieren.

Diese Einsicht half mir, endlich los zu lassen. Noch immer liebe ich Thailand. Aber mein Leben hier liebe ich jetzt umso mehr.

Wie ergeht es dir? Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht oder steckst du grad mittendrin?

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