Wir haben hier im Blog ja schon öfter geschrieben, dass eine Rückwanderung nach Deutschland nicht ganz einfach ist. Das fängt schon bei der Organisation der Rückkehr an und hört bei der Ankunft in Deutschland noch lange nicht auf. Hierzu hat Anne in verschiedenen Posts schon ihre Erfahrungen geschrieben, denn nach ihrer Rückwanderung hat sie so einiges vermisst. Sie gibt aber auch Tipps, wie du nach der Rückkehr in Deutschland ein besseres Leben haben kannst.

Ich möchte mich dieser Thematik nun anschließen und erzähle dir in diesem Beitrag mit einem Schmunzeln und einem zwinkernden Auge was für Herausforderungen ich mich im Alltagswahnsinn in Deutschland stellen muss. Eigentlich sind es völlig banale Dinge, denn es geht nur um ganz normale Sachen wie einkaufen und den Müll wegschmeißen…

Die Ladenöffnungszeiten

In Deutschland haben die Geschäfte an Sonn- und Feiertagen nicht offen. Klar, ist ja normal und schon immer so gewesen. Wenn man es nicht anders kennt, ist das auch kein Problem und keine Herausforderung. Wenn man allerdings viele Jahre daran gewöhnt war, auch sonntags im Supermarkt einkaufen oder durch die Stadt schlendern und shoppen zu können, dann ist das schon etwas seltsam. Da muss man spätestens samstags damit anfangen das Essen für den Sonntag zu organisieren und noch schnell einkaufen gehen, damit man auch ja nicht verhungert oder in sonst irgendeinen Engpass gerät. Reiht sich an den Sonntag dann auch noch ein Feiertag, wird das Ganze zur logistischen und organisatorischen Herausforderung – zumindest, wenn man nicht an die Ladenöffnungszeiten in Deutschland gewöhnt ist.

Ladenöffnungszeiten in Deutschland

Tüten und Taschen beim Einkaufen

Geht man dann also einkaufen, sollte man diese Mission vorher gut organisieren. Egal, ob man jetzt Lebensmittel oder Klamotten kaufen will. In Deutschland bekommt man grundsätzlich keine Tüten mehr. Nirgends – nur auf Nachfrage und dann muss man dafür bezahlen. Da musste ich mich erst einmal wieder daran gewöhnen, dass ich vor dem Verlassen des Hauses eine Tüte, Tasche oder einen Rucksack mitnehme, in dem ich meine Einkäufe dann verstauen kann. In anderen Ländern wird man schließlich noch unaufgefordert mit Tüten zugemüllt, da stellt sich diese Herausforderung nicht. Versteh mich aber nicht falsch. Ich finde es grundsätzlich gut, dass man in Deutschland beim Einkaufen nicht mit Plastiktüten zugemüllt wird. Es ist eben nur eine kleine Herausforderung sich daran zu gewöhnen.

Die Mülltrennung

Nachdem man alles Eingekaufte ausgepackt, gegessen und sonst irgendwie verbraucht hat, sieht man sich der nächsten Herausforderung gegenüber: dem Müll. In Deutschland wird der Müll getrennt. Nein, man schmeißt nicht einfach alles in eine Tonne. In Deutschland hat jeder Haushalt so zwei bis vier verschiedene Mülltonnen, in die man dann die entsprechenden Sachen werfen muss. Das Tückische an der Mülltrennung ist, dass sie in jeder Stadt anders ist. Es reicht also nicht, es einmal verstanden zu haben, sondern man muss sich da immer wieder neu anpassen, falls man innerhalb Deutschlands umzieht. Wenn man also zurück nach Deutschland kommt, muss man sich erst mal mit der Mülltrennung des neuen Wohnorts auseinandersetzen, ziemlich intensiv, denn auf den ersten Blick meint man nichts zu verstehen und einen Uniabschluss zu brauchen, um alles richtig machen zu können.

Der Flaschenpfand

Ein wichtiger Teil der Mülltrennung, den man sich hinter die Ohren schreiben sollte, ist dass man nicht alles wegschmeißen darf, was man für Müll hält. In anderen Ländern fliegen Getränkedosen und Plastikflaschen einfach in den Müll. Ja, leider werden sie meistens nicht einmal recyclet, sondern landen im Restmüll. Ein furchtbarer Gedanke, aber wie gesagt ist das in anderen Ländern so. Verständlich, dass man das in Deutschland am Anfang auch so macht bzw. die Plastikflaschen und Getränkedosen gewissenhaft in der entsprechenden Mülltonne entsorgt, um sie zu recyclen. Nein! Fataler Fehler. Die Flaschen und Dosen sind bares Geld. Es gibt also auch Müll, den man in gar keine der zwei bis vier Tonnen schmeißt, sondern im Geschäft wieder zurückgibt und dann Geld dafür bekommt. Einwegpfand nennt sich das. Und dann gibt es ja auch noch den Mehrwegpfand für Glasflaschen und so. Ja, die gehören nämlich auch nicht in eine der vielen Mülltonnen.

Die Müllabfuhr

Also gut, dann hat man die Pfandflaschen und Dosen zurückgegeben, den Müll entsprechend getrennt und in die dafür vorgesehenen Mülltonnen geschmissen. Nun kommt die nächste Herausforderung, nämlich die Müllabfuhr nicht zu verpassen. Nein, in Deutschland kommt die Müllabfuhr nicht jeden Tag. Zumindest nicht in der Stadt, in der ich wohne. Ja, in Madrid, wo ich gewohnt habe, kam sie jeden Tag. Besser gesagt, sie kam jede Nach so gegen ein Uhr morgens… Nun ja, hier kommt sie einmal in der Woche, alle zwei oder alle vier Wochen. Das kommt ganz auf die Mülltonne an, die geleert werden soll. Um den Überblick zu behalten gibt es einen Kalender, wo genau vermerkt ist, an welchem Tag welche Mülltonne geleert wird. Damit eine Tonne geleert wird, muss man sie aber auch auf die Straße stellen. Eine echte Herausforderung des Alltags hier in Deutschland. Ich habe mich schon gut daran gewöhnt, trotzdem habe ich schon den ein oder anderen Abholtermin verpasst und wusste dann zwei Wochen lang nicht, wo ich mit meinem Müll hin sollte…

Es gibt noch mehr Alltagsherausforderungen zurück in Deutschland

Abgesehen davon gibt es natürlich noch mehr Herausforderungen im Alltag eines Rückwanderers. Spontan fällt mir zum Beispiel ein, dass ich mich erst daran gewöhnen musste ein Rezept beim Arzt zu holen, um bestimmte Medikamente in der Apotheke zu bekommen. In Spanien konnte ich viele davon einfach ohne Rezept kaufen – wie Bonbons im Süßigkeitenladen… Einen Termin beim Tierarzt vereinbaren zu müssen, war ebenfalls gewöhnungsbedürftig. In Madrid konnte man einfach hingehen…

Wie sieht es bei dir aus? Was für Herausforderungen im Alltag hast du nach deiner Rückkehr nach Deutschland?

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