Eines der Dinge, für die Corona schon gut war: Homeoffice ist auf einmal möglich. Prinzipiell ne super Sache, stimmt`s? Nun sind aber bei vielen die Kinder mit im Homeoffice. Wie funktioniert Homeoffice und Kinder? Kann es überhaupt funktionieren?

Ich sag: Ja. Und zitiere den Lieblingsspruch meines Kindes:

„Irgendwie schon.“

Deshalb hab ich heute jede Menge Tipps für dich, Links, Anregungen, Gedanken, Ideen – kein Patentrezept. Auf geht’s, machen wir das Beste aus unserem #quarantanamo!

Probleme, Probleme, Pro….?

Darüber, dass Kinder das Arbeiten im Homeoffice nicht gerade einfacher machen, brauchen wir nicht sprechen. Ich bin Profi – denn meine Kids sind laaaaange mit mir hier gewesen, während ich gebloggt habe. Wir sollten also alte Hasen sein… Sind wir aber nicht.

Denn so wie wir finden sich auch die Kinder in einer völlig neuen Situation wieder: Auf einmal kein Kindi. Keine Freunde. Meist nur zuhause.

Ich frage mich, ob Kinder überhaupt greifen könnne, was passiert. Natürlich hängt es vom Alter ab, aber was soll ein Kind (so bis zehn oder so?) denn mit Worten wie „Virus“ oder „Pandemie“ anfangen? Ob kindgerechte Erklärungen helfen, weiß ich auch nicht.

Wir (danke, liebe Erzieherinnen! Ihr habt das toll gemacht!) haben auch mit unserem Kind gesprochen, es weiß, dass gerade viele Menschen krank sind und wir deshalb vorsichtig sind.

Und so kommt – bei meinem Kind – zum Verlust der täglichen, lieb gewonnen Kindi-Routine noch Unsicherheit. Mama hört auf einmal die ganze Zeit Nachrichten, redet mit Papa über komische Sachen und und und.

Die Folgen kannst du dir ja denken: Wutanfälle, Geschwisterstreit, nicht wollen, was Mama will…

Das Einzige, was bei uns hilft: Verständnis. Noch mehr Liebe. Noch mehr Schmeicheleien. Kontakt aufnehmen, in Kontakt bleiben. Miteinander reden. Versuchen, so wenig wie möglich zu schimpfen.

Und das, wenn die Nerven der Eltern selbst angespannt sind. Tja, du kannst dir denken, dass das nicht immer super funktioniert. Aber die guten Zeiten gibt es auch. Deshalb hier erstmal ein paar Tipps, wie es dir gelingen kann, dein Kind (besser) zu verstehen:

Genug mit der Theorie, kommen wir zur Praxis. Da gibt es ein paar Dinge, durch die man sich das Leben leichter machen kann.

Routinen + Strukturen zuhause schaffen

Aus der Betreuung sind die Kinder mit Routinen vertraut. Darüber hinaus ist bekannt, dass Regeln, Routinen und Strukturen den kleinen Menschen Sicherheit bieten.

Das können wir auch zuhause schaffen! Hier ein paar Tipps:

  • teile den Kindern mit, was ihr über Tag so anstellen werdet. Das können auch banale Dinge sein wie „gemeinsam den Tisch decken“, zeigen den Kindern aber, dass sie nicht in einem luftleeren Raum schweben.
  • bei uns untergliedern die Mahlzeiten grob den Tag, ich schwöre auf regelmäßige Essenszeiten!
  • nach dem Mittagessen gibt es eine Vorlesestunde, vor dem Abendessen wird Yoga gemacht, vor dem Schlafengehen gemeinsam gesungen…
  • Übergänge von einer Phase zur nächsten gestalten, deutlich machen, dass eine Sache endet, eine andere beginnt. Ich gebe meinen Kindern immer die Gelegenheit, tschüss zu sagen: „Tschüss, Malstifte!“

Die Rolle der Eltern definieren – für dich und die Kids

Ich will ehrlich sein: Hier kam es in den letzten Tagen öfter zu Reibereien, weil mein Kind die Erwartung hatte: Ich will, Mama macht. Ich rufe, Mama kommt. Ich sage, Mama macht.

Mein Kind wurde ein kleiner Bestimmer.

(Übrigens, hier zum Schmunzeln ein bisschen Willy Astor.)

Während ich meine eigenen Pläne verfolgte (Bad putzen. Arbeiten. Küche aufräumen.), trieb mich mein forderndes Kind in den Wahnsinn und schlussendlich war der es-geht-nicht-mehr-Punkt da. Wir haben also geredet, mein Kind und ich.

Natürlich will es Aufmerksamkeit und die bekommt es auch. Was es nicht bekommt, ist dass Mama macht, was es will. Ich habe meine Rolle definiert und sie meinem Kind kommuniziert. Seitdem funktioniert es etwas besser.

Kreative Arbeitszeiten

Meine Kinder sind gerne da, wo ich bin: Nabelschnurlänge. Beim Kochen treibt es mich in den Wahnsinn. Beim Arbeiten manchmal auch.

Deshalb war es auch 5:32 in der Früh, als ich diesen Text angefangen hab. Bevor alle aufwachen, genieße ich die Zeit gerne für mich, ob arbeitend oder nicht.

Andere Freiräume, auch zum Arbeiten, hab ich, wenn die täglichen Papasachen passieren: Zähne putzen, Tisch abräumen, die erste Runde staubsaugen.

Das sind kleine Zeitfenster, können aber gut genutzt werden.

  • Wann kannst du früher aufstehen oder später ins Bett gehen?
  • Wann haben deine Kinder tägliche Routinen ohne dich?
  • In Häppchen arbeiten funktioniert i.d.R. am besten, denn so beschäftigen sich die Kinder gerne mit malen, schneiden und langweilen sich (noch) nicht

Kinderzimmer optimieren

Aktuell ist es natürlich am besten, wenn das Kinderzimmer zum Spielen einlädt.

Das tut es nicht, wenn

  • man kaum einen Fuß vor den anderen setzen kann,
  • kein Platz ist, durch Möbel oder ein Zuviel an Zeug,
  • das Spielzeug keinen Platz hat.

Ich konnte diese Woche beobachten, dass meine Kinder mit sämtlichen Spielzeug spielen, das sie haben. Find ich super.

Der Haken an der Sache? Es bleibt danach auf dem Fußboden liegen. Bei einer Puppe nicht so schlimm, bei einer Kiste Duplo schon.

Wir haben also folgende Maßnahmen ergriffen:

Wir räumen jetzt immer gemeinsam auf, wenn wir das Kinderzimmer wieder verlassen. (Sie sind noch zu klein, um das allein zu machen.)

Außerdem haben wir umgeräumt, sodass jetzt jede Menge Platz ist und man auch Fußball spielen oder hinter dem Tennisball herhüpfen kann.

Ich liebäugle gerade wieder mit einem Pikler-Dreieck und einem Hüpfpolster.

Hier ein paar gratis Ideen für Action im Kinderzimmer:

  • eine (alte) Matratze wird zum Hüpfpolster
  • einen Parcours bauen aus Dingen im Haus: Wäschekorb, Balancekissen, Bettlaken (zum Schwimmen 😛 )…
  • an eine freie Wand oder eine Tür mit diesem gelben Klebeband (Wortfindungsschwierigkeiten) ein Tor abkleben
  • die Matratze vom Elternbett runter und die Kids darauf rennen lassen
  • meine Kinder sind ja noch relativ klein, aber sie lieben alles, was anders ist als normal

Verkleidungskiste

Mein Geheimtrick, weil sich meine Kids selbst damit beschäftigen und ne ganze Weile nicht streiten: Ich stelle ihnen die Kiste mit Winter- und Sommerklamotten hin und arbeite daneben.

Sie probieren also Jacken, Hüte, Sandalen, Sommerjäckchen an, während ich tippe. Das funktioniert, zwischendrin muss ich zwar mal einen Reißverschluss schließen oder mich von einem Hutgesichtchen anstrahlen lassen, aber es funktioniert.

Das Geheimnis: Diese Kiste ist nicht immer verfügbar und damit was Besonderes.

(Die Verkleidungskiste im Kinderzimmer ist immer verfügbar und deshalb nicht so interessant.)

homeoffice und kinder

Photo by Vanessa Bucceri on Unsplash

Der übliche Kram

Beim Kochen, Backen und Putzen sind meine Kinder sowieso immer dabei. Mein kleines Kind ist ja noch gar nicht in Betreuung, deshalb „betrifft“ diese Situation nur die Große.

Kinder können beim Putzen helfen, wenn du nicht die Chemiekeule schwingst, sondern zB dein Bad mit einer Scheuerpaste aus Natron und Wasser reinigst. So putzt mein Kind liebend gerne Fliesen und Duschwanne.

Malen, schneiden, basteln gehören eher zu den Tipps, die niemand braucht – macht man ja sowieso. Malvorlagen kann man sich auch ausdrucken, das bringt Abwechslung in die Dinge, die man zuhause hat.

Zum Malen passt immer ein Hörbuch, eine Kassette, eine Tonie-Box… Interessant ist, dass bei Audible die Paywall wegfällt. Hier findest du Hörbücher für Kinder, gratis. 

Bewegung zuhause

Als meine Freundin neulich einen Livestream auf Insta hatte, den ich mitgemacht hab, haben sich auch meine Kids angeschlossen. So hab ich entdeckt, dass sie gerne mit mir „turnen“ und nachmachen, was ich mache.

Alba Berlin hat sich mit Albas tägliche Sportstunde ein besonderes Schmankerl für Kinder in allen Altersklassen ausgedacht. Und Mama und Papa haben auch was davon 😉

Ein Appell: #supportsmallbusinesses !!!!

Logischerweise boomt der Onlinehandel. Klar, ein Hoch auf unsere digitale Welt. Doch wir müssen an die Geschäfte vor Ort denken und sie, wenn möglich, unterstützen!

Selbstständige brauchen jetzt mehr Unterstützung denn je!!!

Vielleicht kannst du im Buchladen bei dir um die Ecke anrufen und ein Buch bestellen? Einige Buchläden machen das so und verkaufen vor der Tür. Ruf an und frag, bevor du über große Onlinehändler gehst!

In der letzten Woche hab ich auf WhatsApp mehr als einmal eine Einkaufsliste für Eltern geschickt bekommen:

„Das Kind ist zuhause? Alkohol, Alkohol, Alkohol!“

Von Besäufnissen im Alltag halte zumindest ich nicht besonders viel, wie wäre es also stattdessen mit Schokolade?

Hier schlägst du drei Fliegen mit einer Klappe: #supportyourlocalchocolatedealer #supportsmallbusinesses und kein Besäufnis nötig 🙂 Und außerdem gibt es bei Chocami einfach die weltbeste Schokolade!

Mit den Kindern zuhause ist einfach…

…das Beste, oder? Erinnern wir uns, dass die Kinder da sind, weil wir es wollten. Dass sie definitiv zu unseren Lieblingsmenschen gehören und es ein Geschenk ist, dass wir nun viel Zeit miteinander verbringen dürfen.

Wir können nun ganz neu zusammen wachsen. Geschwister, die sich sonst selten sehen, dürfen jetzt ihre Beziehung vertiefen.

Ich will gar nicht sagen, dass wir die Zeit „nutzen“ sollen. Stattdessen sage ich: Nimm an, was gerade ist. Mach das beste draus. Setz Prioritäten (Ist die Arbeit immer das wichtigste???). Genieß deine Kids.

Bleib zuhause, weil du soziale Verantwortung trägst. Trag deinen Teil dazu bei, dass die Kurve flach bleibt.

Halten wir es mit Churchill, orientieren wir uns daran, was die Leute noch in Jahrhunderten über uns sagen sollen: „This was their finest hour.“

Anmerkung:

Alle Empfehlungen und Tipps sind unbeauftragt und somit wahrscheinlich unbezahlte Werbung. Gutes gehört weiter gesagt! Ich empfehle euch, was mir gefällt.

Die Links sind keine Affiliate-Links. Wo möglich, kauft im Laden in der Nachbarschaft! Unterstütze Selbstständige! Wende dich immer zuletzt an große Internetriesen – die werden schon überleben, während kleine Unternehmer um ihre Existenz bangen.

Kategorien: Selbstständig

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