Selbstzweifel. Kleine, fiese Teufel, die sich unbemerkt in dein Leben schleichen.

Ich wette, du kennst sie auch. Ich auch. Leider. Deshalb freue ich mich über die Gelegenheit, an Dominiks Blogparade teilzunehmen, von den Erfahrungen anderer zu lesen und dir von meinen eigenen Erfahrungen zu berichten.

Auf gehts, ab gehts…

Ungefähr letztes Jahr um diese Zeit war ich das letzte Mal von Selbstzweifeln befallen – jedenfalls in beruflicher Hinsicht.

(Und privat? Frag lieber nicht nach, da kann man als Baby-und-Kleinkind-Mama gar nicht genug Gelegenheiten zählen…)

Egal ob beruflich oder privat, eines haben diese fiesen Zweifel gemeinsam:

„Das war jetzt falsch! Das hättest du anders machen müssen! Das hättest du besser machen müssen!“, schreien sie, getoppt von einem „Oh mein Gott, wie blöd kann man sein?“

Das ist aber noch nichts im Vergleich zum großen Finale, das sich dann auch über Tage hinziehen kann: DU KANNST GAR NICHTS.

Zack, schon stecke ich mitten in einer Negativspirale, die nur abwärts geht.

Das ich-kann-gar-nichts-Gefühl wird immer stärker. Und ich krieg gar nichts mehr auf die Reihe, denn ich kann ja schließlich gar nichts, wieso sollte ich dann überhaupt?

Nennt man in der Pädagogik auch self-fulfilling-prophecy und ehrlich: Gäbe es einen Meistertitel, ich hätte ihn verdient.

Das ist das schlimmste an Selbstzweifeln: Sie blockieren dich.

Deshalb gibt es nur eine Möglichkeit:

Raus aus der Abwärts-Spirale!

Das meine ich zunächst wortwörtlich.

Raus! Ab an die frische Luft! Kopf frei kriegen! Spazieren gehen! Pfützen springen! –> Das lieben auch Kleinkinder und du machst sofort Super-Mom-Punkte 🙂

Dann lenk dich weiter ab. Mach banale Tätigkeiten, schrubb zum Beispiel das Bad. Hier bewährte sich auch Wäsche waschen, Kuchen backen, Küche aufräumen. Eben das Zeugs, bei dem man dabei sein muss, was mit den Händen macht, aber nicht zu viel denken muss. Sport funktioniert sicher auch, ist bei mir nur halt grad nicht drin.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass du so aus deiner passiven Opfer-Rolle rein in die aktive Rolle kommst und zum Macher wirst.

Alternativ kannst du das „Raus!“ auch zuerst im übertragenen Sinn nehmen und einfach deine Gefühle raus lassen. Drüber reden. Freunden erzählen, vielleicht Kollegen, deiner Mastermind-Gruppe, deiner Blogger-Freundin.

Letztes Jahr um diese Zeit hab ich erstmal ne verbale Klatsche gebraucht: „Was soll das denn, warum tust du hier so, als wärst du nur ne bessere Tippse? Du hast doch schon X, Y und Z erfolgreich gemeistert.“ Erst dann war ich dazu fähig, meine passive Jammer-Phase zu verlassen.

(Übrigens, das Ganze hat auch einen fancy Namen: Bei dem Impostor-Syndron können Betroffene eigene Erfolge nicht internalisieren.)

Also, nachdem du drüber geredet hast, gleiches Spiel: Raus! Ablenken!

selbstzweifel

Kann ich Selbstzweifeln vorbeugen?

Seitdem haben mich die fiesen Schweine eigentlich nicht mehr befallen.

Als Mama lebe ich übrigens nach dem Grundsatz „Du kannst gar nichts falsch machen, du kannst nur falsch sein“ – der lässt sich nur leider im Job nicht anwenden, denn da kann ich jede Menge Fehler reinhauen.

Also versuche ich zum Einen, Fehlern entgegen zu wirken. Indem ich immer das Beste gebe, immer 100%, mich immer bemühe. Mich einlese, verbessere, konstruktive Kritik annehme. Auch, indem ich mich weiterbilde: durch Bücher, Texte, Blog-Posts, Online-Kurse.

Dieses Wissen wirkt Wunder, denn: Ich mache es ja so gut ich kann.

Wenn das nicht genug ist, hab ich drei Möglichkeiten:

  • Entweder ich bilde mich weiter, um besser zu werden
  • oder ich mache es eben nicht. Weil es dann vielleicht einfach nicht Teil meines Portfolios ist, weil ich es vielleicht wirklich einfach nicht kann und auch nicht will. Ich muss auch gar nicht alles können, oder?
  • Die dritte Möglichkeit bedeutet, einfach auch ein Stück weit gelassener zu werden und den Selbstzweifeln einfach den Mittelfinger zu zeigen und sie nach Absurdistan zurück zu schicken. Mach ich persönlich oft, funktioniert auch den Existenzängsten gegenüber, von denen ich leider auch ein Lied singen könnte und die eng mit den Selbstzweifeln verwandt sind.

Wie sieht das bei dir aus? Was hilft dir beim Besiegen von Selbstzweifeln?

 


  • Dominik sagt:

    Hallo Anne,

    vielen Dank für deinen Artikel zur Blogparade. Ich finde es sehr interessant, wie du mit Selbstzweifel umgegangen bist und wie du ihnen vorbeugst.

    Danke fürs Mitmachen.

    Liebe Grüße
    Dominik

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