Mach den Unterschied, wähl die richtigen Worte!

Heute geht es nicht um Probleme, sondern, viel besser: Um deren Lösung. Denn Fakt ist, wir alle haben ständig irgendwelche Probleme und Problemchen. Privat und beruflich scheinen sie einfach dazu zu gehören.

Doch wenn wir von einer Sache überzeugt sind, dann von dieser: Kein Problem ohne Lösung.

Und diese Lösung ist oft einfacher als gedacht. Heute will ich dir zeigen, wie du allein durch die Wahl deiner Worte einen entscheidenden Unterschied machen kannst.

Wie wir reden, offenbart unsere Persönlichkeit

Hast du gewusst, dass gewiefte Linguisten an ein paar Anhaltspunkten erkennen können, ob eine vor ihnen liegende, anonymisierte Bundestagsrede von Angela Merkel oder Horst Seehofer stammt?

Na, dann weißt du es jetzt. Kein Witz! Denn Angela Merkel ist eine Frau und Horst Seehofer ein Mann. Bitte für die Info 🙂

​Starte mit unserem E-Mail Kurs MOTIVIERT in die Selbständigkeit!

Erfahre in aller Kürze die wichtigsten Dinge für einen erfolgreichen Start in die Selbständigkeit! Lerne, wie du Tiefs überwindest, dir Ziele setzt und disziplinierter wirst. 


Trage einfach deinen Namen und deine E-Mail Adresse ein und wir senden dir sofort die erste E-Mail.

Deine Daten sind sicher. Du kannst dich jederzeit aus unserem Verteiler abmelden.
Hier findest du alle Informationen über Datenschutz, E-Mail Versand und Inhalt.

Tatsache ist, dass Männer und Frauen sich in ihrer Sprechweise unterscheiden. Und zwar nicht nur ein kleines bisschen!

Dabei ist besonders auffällig, dass Frauen dazu neigen, sich sprachlich zurück zu ziehen. Beispielsweise ergänzen sie oft ein „ich denke“ oder ein „ich weiß ja nicht, aber…“, wenn sie ihre Meinung äußern. Ein Mann – linguistisch bewiesen – tut das nicht. Er tut seine Meinung kund. Da er sich derer sicher ist, benötigt es kein „ich denke“ oder ähnliches.

Wohlgemerkt: Eine Frau hängt diese Floskeln auch dann an, wenn sie sich absolut sicher ist. Sie tut es einfach.

Des weiteren wurde bewiesen, dass manche Wörter hauptsächlich von Frauen benutzt werden. Dazu gehören die Verniedlichungsformen, aber auch Wörter wie „süß“.

Auch der Gebrauch solcher typischen Frauenwörter erzielt eine bestimmte Wirkung: Der Sprechende wirkt weiblicher, schutzbedürftiger.

Hier könnte ich dir noch mehr Details nennen, aber schließlich will ich hier keine wissenschaftliche Arbeit verfassen! Ich nehme mal an, du hast verstanden, worauf ich hinaus will?

Genau, darauf: Ein Mann tritt also sprachlich selbstsicher und forsch auf, wohingegen sich eine Frau eher versteckt und sprachlich klein macht.

Persönliche Ebene versus Sachebene

Die Sache ist die, dass Männern und Frauen mit ihrer Kommunikation unterschiedliche Dinge bezwecken. Das geschieht natürlich in der Regel unterbewusst und ist u.a. eine Frage der Sozialisierung.

Prinzipiell lässt sich jedoch sagen, dass Frauen in ihrer Kommunikation eher die persönliche, gefühlsbetonte Ebene suchen. Männer hingegen bewegen sich eher auf einer pragmatischen, sachlichen Ebene.

Das wiederum hängt auch wieder mit der Erziehung zusammen. Wenn einem kleinen Jungen über Jahre hinweg eingetrichtert wird, dass ein Indianer keinen Schmerz kennt, wird er sich als Erwachsener nicht hinstellen und sein Gefühlsleben auspacken. Kleine Mädchen hingegen werden dazu animiert über ihre Gefühle zu sprechen, sie sollen empathisch sein und auf andere eingehen. Kleine Jungs hingegen werden eher an ihren sportlichen Leistungen, ihren Noten, etc. „gemessen“. Konkurrenzdenken wird ihnen sozusagen in die Wiege gelegt.

Das erklärt natürlich nicht alles, ist aber ein guter Ansatzpunkt, um zu verstehen, warum Männer und Frauen überhaupt unterschiedlich sprechen.

Sag JA zu dir!

Egal jetzt, ob du ein Mann oder eine Frau bist – hier wird schließlich niemand über einen Kamm geschoren! – , wir alle können aus diesen linguistischen Fakten so einiges lernen, um unser Berufsleben angenehmer zu machen.

Zunächst einmal wissen wir jetzt, dass unsere Sprache fucking viel über uns und wie wir uns fühlen, verrät.

Dementsprechend kann ich über meine Sprechweise darüber mitbestimmen, wie andere mich wahrnehmen.

Wenn du dich sprachlich immer klein machst, wird dich auch dein bester Kunde nie für voll nehmen können.

Wenn du deine Meinung nicht ordentlich vertreten kannst, wird sie auch nie jemand ernst nehmen.

Wenn du in deinem beruflichen Umfeld nicht lernst, die persönliche Ebene zu verlassen und dich auf der Sachebene zu unterhalten, wirst du nie einen konstruktiven Umgang mit Kritik lernen.

Wenn du nicht JA zu dir sagen kannst, wird das niemand anders können.

Auch ein kalorienreicher Hotdog kann ein lautes JA zu dir sein 🙂

So kannst du die richtigen Worte wählen

Nun möchte ich dir noch ein paar ganz konkrete Beispiele aus meinem Alltag als Selbstständige geben. Denn gerade für uns Selbstständige kann die richtige Wortwahl den entscheidenden Unterschied machen!

„Ihre Arbeit entspricht irgendwie nicht meinen Vorstellungen. Gerade auf den Seiten 3, 7 und 9 sind Schwächen, wie ich finde. Ich würde gerne noch einmal darüber sprechen, wie ich mir meine Zielgruppe und die Ausarbeitung der Website vorstelle. Könnten Sie sich bitte darauf einstellen, dass ich außerdem gerne eine andere Farbkombination wünschen würde? Es tut mir leid, ich hoffe, meine Änderungswünsche schrecken Sie nicht, Ich weiß, Sie haben bereits Mühe und Zeit investiert…“

In diesem kurzen Abschnitt, der beispielsweise einer beruflichen E-Mail entnommen sein kann, finden sich viele Fehler. Anhand dieser Fehler will ich dir zeigen, was du weder in schriftlicher noch (fern)mündlicher Kommunikation machen darfst.

Vermeide sogenannte Unschärfemarkierer wie „irgendwie“, „oder so“.

Nenne das Kind stattdessen beim Namen: „Ihre Arbeit entspricht nicht meinen Vorstellungen“ klingt doch schon viel selbstsicherer und autoritärer!

Subjektiviere nicht.

Statt „Gerade auf den Seiten 3, 7 und 9 sind Schwächen, wie ich finde“auch hier bei den sachlichen Informationen bleiben. Wenn deiner Meinung nach auf diesen Seiten Schwächen sind, dann sind sie da. Du bist der Chef! Es heißt also: „Gerade auf den Seiten 3, 7 und 9 sind Schwächen.“

Imperative statt Konjunktive

Lange ist es her, so Deutschunterricht circa siebte Klasse? Da hast du den Konjunktiv kennengelernt, diese (Höflichkeits)Formen mit würde und hätte. Auch Konjunktive erwecken in deiner geschäftlichen Kommunikation den Eindruck von Unterlegenheit und Unsicherheit. Lass sie weg!

Statt „Ich würde gerne noch einmal darüber sprechen, wie ich mir meine Zielgruppe und die Ausarbeitung der Website vorstelle. Könnten Sie sich bitte darauf einstellen, dass ich außerdem gerne eine andere Farbkombination wünschen würde?“ drückst du dich folgendermaßen aus: „Ich möchte noch einmal darüber sprechen, wie ich mir meine Zielgruppe und die Ausarbeitung der Website vorstelle. Außerdem bin ich mit der Farbkombi nicht zufrieden.“

Pragmatisch statt emotional

„Es tut mir leid, ich hoffe, meine Änderungswünsche schrecken Sie nicht, Ich weiß, Sie haben bereits Mühe und Zeit investiert…“ – wieso solltest du dich bei jemandem entschuldigen, der dich mit seiner Arbeit nicht zufriedenstellt? Lerne, dich nicht zu rechtfertigen. Sprich stattdessen das Problem direkt an, bleib offen und freundlich. An dieser Stelle könnte ein aufmunterndes „Ich freue mich auf Ihren nächsten Entwurf bis zum 4.5..“ stehen.

Gleiches gilt übrigens auch dann,

…wenn du nicht der Auftraggeber, sondern der Dienstleister bist. Auch dann musst du dich nicht rechtfertigen.

Wenn du einen Fehler gemacht hast, rede nicht um den heißen Brei herum, sondern steh dazu. „Ja, das lief schief. Es tut mir leid. Ich habe daraus gelernt und es kommt nicht mehr vor.“ klingt doch viel besser als „Ja, es tut mir so leid, wissen Sie, meine Tochter zahnt und meine letzten Nächte waren eher kurz, noch dazu hat meine Mutter eine gebrochene Hüfte…“

Steh zu dir – und zeig das durch deine Sprache!

Nun habe ich dir hoffentlich gezeigt, wie es dir gelingt, auch sprachlich für dich einzustehen. So werden deine Wünsche und Träume schneller Wirklichkeit.

Ein weiterer Vorteil: Du verbiegst dich nicht mehr.

Indem du klar und deutlich aussprichst, was du denkst und das richtig kommunizierst, wird dich auch dein geschäftliches Umfeld ganz anders wahrnehmen.

Dieser Post entstand im Rahmen der Blogparade Sag JA zu dir! von Jana, der GlücksSchmiedin. Er ist keine Geschichte im eigentlichen Sinn, aber zeigt dir ein Mittel, wie du ganz laut JA zu dir sagst.

(Das linguistische Vorwissen stammt übrigens ganz altmodisch aus dem Kopf der Autorin, die das im Laufe ihrer Unikarriere gelernt hat und die jetzt keine Lust hatte, die Kisten aus dem Keller zu holen, um ordentlich zu zitieren.)

  • Liebe Anne,

    danke für deinen Beitrag zur Blogparade. Ich bin beim Thema Sprache auch immer gleich angefixt und deshalb auch gleich bei dir vorbeigesurft. Sehr spannend, was du schreibst! Danke auch für die vielen alternativen und konkreten Beispiele, die du gebracht hast.

    Manchmal benötigen wir einfach unsere eigenen Worte als Unterstützung, um zu hören, wie es doch anders gehen kann, nicht wahr? 😉

    Lieben Gruß aus Bonn
    Michael

    • Anne sagt:

      Michael,
      schön, jetzt hier von dir zu lesen 😉
      Freut mich natürlich sehr, wenn dir mein Text & meine Tipps gefallen. Bin auch total von Sprache fasziniert!
      Viele Grüße aus dem viel zu heißen Süden zurück, Anne

  • >